Können Bisphosphonate vor Brustkrebs schützen?
NEW YORK (gwa). Nach neuen Daten reduzieren Bisphosphonate, Medikamente gegen Osteoporose, die Brustkrebs-Rate bei älteren Frauen. In einer Gruppe älterer Frauen, die ein Bisphosphonat gegen Osteoporose-bedingte Knochenbrüche einnahmen, kamen ein Drittel weniger Brustkrebserkrankungen vor als in einer Gruppe Gleichaltriger ohne eine solche Therapie.
Das berichtete die "New York Times" am Freitag von einem Fachsymposium zum Thema Brustkrebs Texas. Die Daten, die auf dem San Antonia Breast Cancer Symposium vorgestellt wurden, stammen aus der Langzeitstudie "Women's Health Initiative" sowie einer zweiten Untersuchung mit tausenden älteren Frauen in Israel.
Dr. Rowan Chlebowski von Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA), Hauptautor der US-Studie, meint, dass Bisphosphonate vermutlich toxisch für Krebszellen sind. Möglicherweise verhindern die Medikamente auch, dass sich Brustkrebszellen vermehren.
Im Frühjahr war eine Studie zum Thema Brustkrebs und Bisphosphonate erschienen. In der Studie hatten Frauen, die vor der Menopause an Brustkrebs erkrankt waren, nach ihrer Operation eine Chemotherapie mit oder ohne Zoledronat, einem Bisphosphonat, erhalten. In der Bisphosphonat-Gruppe war die Rezidivrate um etwa ein Drittel niedriger (NEJM 360, 2009, 679).
Bevor Bisphosphonate als Schutz vor Brustkrebs oder Rezidiven genutzt würden, seien eigens dafür initiierte, kontrollierte Studien erforderlich, um die beobachteten Effekte zu verifizieren. Erst dann könnten spezielle Therapie-Empfehlungen gegeben werden. Darauf wiesen US-Onkologen hin.
Bisphosphonate werden bereits millionenfach gegen Osteoporose verschrieben.
Zur Studie "Endocrine Therapy plus Zoledronic Acid in Premenopausal Breast Cancer" im New England Journal of Medicine
Zur Diskussion der Studie im NEJM
Zum Artikel der New York Times "Bone Drugs Taken by Some Women May Lower Breast Cancer Risk, Studies Say "

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