Achtung Fettwerte!

Risiko durch gesüßte Softdrinks und Fertignahrungsmittel

ATLANTA (ob). Wer in hohem Maße mit kalorischen Süßungsmitteln versetzte Fertignahrungsmittel und Getränke aus industrieller Produktion konsumiert, muss mit ungünstigen Veränderungen seiner Lipidwerte rechnen. Dafür sprechen neue Daten einer Bevölkerungsstudie in den USA.

Viele industriell gefertigte Nahrungsmittel und Getränke enthalten kalorische Süßungsmittel, meist in Form von Saccharose (Haushaltszucker) oder Fruktose (Fruchtzucker). In den USA hat sich in den letzten Jahrzehnten mit dem steigenden Konsum entsprechender Lebensmittel speziell der Konsum von Fruktose drastisch erhöht. Der Grund: Zunehmend ist von der Lebensmittelindustrie Saccharose durch das billigere Süßungsmittel "high fructose corn syrup" (HFCS) ersetzt worden. Dabei handelt es sich um ein aus Maisstärke gewonnenes Zuckerkonzentrat mit hohem Fruktoseanteil, das vor allem in Soft-Drinks verwendet wird. Fruktose hat eine deutlich höhere Süßkraft als Glukose.

Eine US-Forschergruppe um Dr. Miriam B. Vos aus Atlanta hat jetzt in einer großen Bevölkerungsstudie untersucht, welche Auswirkungen der Konsum von entsprechend gesüßten Lebensmittel auf das Lipidprofil hat. Grundlage ihrer Untersuchung bildeten zwischen 1999 und 2006 in einer großen epidemiologischen Studie (NHANES) erhobene Daten von 6113 US-Bürgern. Je nach Anteil, den bei ihnen die zugesetzten Süßungsmittel an der zugeführten Kalorienmenge hatten, wurden sie in fünf Gruppen eingeteilt.

Im Mittel wurden von den Studienteilnehmern fast 16 Prozent aller aufgenommenen Kalorien über den Konsum von kalorischen Süßungsmitteln zugeführt. Je höher deren Anteil, desto ausgeprägter war die damit korrelierte Verschlechterung speziell der HDL-Cholesterin- und Triglyzeridwerte.

In der Gruppe, in der der Kalorienanteil der Zuckerzusätze weniger als 5 Prozent betrug, lagen das HDL-Cholesterin im Mittel bei 58,7 mg/dl und die Triglyzeride bei 105 mg/dl). In der Gruppe mit dem höchsten Anteil (über 25 Prozent) der Nahrungssüßungsmittel an der Kalorienmenge betrugen die Werte dagegen 47,7 mg/dl (HDL-Cholesterin) und 114 mg/dl (Triglyzeride). Bei Frauen, nicht aber bei Männern, wurde zudem ein Trend zu ungünstigeren LDL-Cholesterinwerten beobachtet.

Aufgrund der Verschlechterung des Lipidprofils müsse daher von einer Erhöhung des kardiovaskulären Risiko durch den vermehrten Konsum gesüßter Fertignahrungsmittel und Getränke ausgegangen werden, so die Autoren.

Abstract der Studie "Caloric Sweetener Consumption and Dyslipidemia Among US Adults"


Quelle: © Ärzte Zeitung, 22.04.2010
Autor: ob
Stand: 17-05-2010




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