READ-Studie (Radiological Evaluation and Breast Density): HRT-Pause vor Mammographie?

Die Hormonersatztherapie (HRT) kann die Brustdichte erhöhen, was als möglicher Grund für vermehrte abnorme Mammographiebefunde bei entsprechend behandelten Frauen angesehen wird. Deshalb empfehlen einige Mediziner, die HRT vor einer Mammographieuntersuchung kurzzeitig zu unterbrechen. Allerdings gibt es bislang keine gesicherten Kenntnisse darüber, inwieweit ein solches Vorgehen sinnvoll ist. US-amerikanische Forscher überprüften daher in einer großen randomisierten Studie, ob das Absetzen der HRT ein oder zwei Monate vor der Mammographie die Rate der Nachfolgeuntersuchungen aufgrund von suspekten Befunden reduziert.

Studiendesign

  • Zwischen November 2004 und September 2007 wurden 5.861 Frauen zwischen 45 und 80 Jahren unter HRT kontaktiert, von denen 4.884 Frauen geeignet waren; jedoch verweigerte die Mehrheit eine Teilnahme, vor allem weil die Frauen die HRT nicht unterbrechen wollten
  • Für die randomisierte, kontrollierte Studie wurden die verbleibenden 1.704 Frauen unter HRT (mittleres Alter 60,3 Jahre, mittlerer BMI 27,6 kg/m2, 91,5% Weiße) einer von drei Studiengruppen zugeordnet:
    • 567 ohne HRT-Unterbrechung (kontinuierliche HRT) vor Mammographie
    • 570 mit 1-monatiger HRT-Unterbrechung vor Mammographie
    • 567 mit 2-monatiger HRT-Unterbrechung vor Mammographie
  • alle Teilnehmerinnen mit mindestens einer Mammographie in der Vorgeschichte
  • Beurteilung der Mammographie-Aufnahmen durch einen Radiologen
  • primärer Endpunkt: weitere Untersuchungen aufgrund verdächtiger Mammographiebefunde
  • sekundärer Endpunkt: Veränderung der Brustdichte (prozentual und dichte Gewebeareale) zwischen älterer und aktueller (Studien-)Mammographie

Ergebnisse

  • in 11,2% der Fälle weitere Untersuchungen notwendig, am häufigsten mit 12,3% in der Gruppe der Frauen mit 1-monatiger HRT-Unterbrechung, gefolgt von 11,3% der Frauen unter kontinuierlicher HRT und von 9,8% der Frauen mit 2-monatiger HRT-Unterbrechung – kein signifikanter Unterschied (p=0,45)
  • signifikante Abnahme der prozentualen Brustdichte mit Unterbrechung der HRT: im Mittel um -0,9% nach 1- und um -1,5% nach 2-monatiger Pause verglichen mit +0,1% unter kontinuierlicher HRT, ähnliche Ergebnisse für dichte Gewebeareale
  • signifikante Zunahme der menopausalen Symptome, vor allem Hitzewallungen, Schlafstörungen und Nachtschweiß, bei Frauen mit HRT-Unterbrechung, am stärksten bei 2-monatiger Pause

Fazit

Zwar kommt es durch eine 1- oder 2-monatige Unterbrechung der HRT zu geringfügigen Verminderungen in der Dichte des Brustgewebes, doch nimmt die Rate der Nachuntersuchungen aufgrund verdächtiger Mammographiebefunde dadurch nicht ab, fassen die Autoren zusammen. Demnach scheine eine kurzzeitige HRT-Pause vor der Mammographie nicht gerechtfertigt zu sein. Zumal das Aussetzen der Therapie einen erheblichen nachteiligen Effekt wegen der Zunahme menopausaler Symptome hat.

Quelle:

Buist DSM, et al. Short-term hormone therapy suspension and mammography recall. A randomized trial. Ann Intern Med. 2009;150:752-65
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