Körperliche Aktivität und Brustkrebsrisiko – ein Review
Hintergrund und Studienziel
Wie körperliche Aktivität das Brustkrebsrisiko beeinflusst, ist in zahlreichen Studien untersucht worden. Die Autoren des vorliegenden Reviews analysierten daher basierend auf den Ergebnissen verschiedener Studien die Auswirkungen der Aktivität auf das Risiko, abhängig von Intensität, Art und Zeitpunkt der Bewegung sowie innerhalb von bestimmten Personengruppen.
Studiendesign
- Suche nach epidemiologischen Studien in Datenbanken wie PubMed, Medline etc., die sich mit dem Einfluss der körperlichen Aktivität auf das Brustkrebsrisiko befassten
- Einschluss von 34 Fall-Kontroll- und 28 Kohortenstudien
- Analyse der Assoziation zwischen körperlicher Bewegung und Brustkrebsrisiko in Abhängigkeit von Parametern wie Art, Intensität und Zeitpunkt der Aktivität
- Untersuchung des möglichen Einflusses auf diese Korrelation durch Body-Mass-Index (BMI), familiäres Risiko, menopausaler und Hormonrezeptorstatus, Ethnie, Energieaufnahme sowie Parität
Ergebnisse
- Rückgang des Brustkrebsrisikos durch körperliche Aktivität nachgewiesen in 47 von 62 Studien (75%), in diesen Studien Abnahme des Risikos im Mittel um 36%
- Risikoreduktion insgesamt um durchschnittlich 25%, 30% in Fall-Kontroll- und 20% in Kohortenstudien
- Stärkerer Rückgang des Risikos mit steigendem Aktivitätslevel in 28 von 34 Studien, die einen Abfall des Brustkrebsrisikos im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität zeigten
- Größte Abnahme des Brustkrebsrisikos durch körperliche Freizeitaktivitäten (im Mittel um 20%), Walking/Radfahren zur Fortbewegung bzw. Bewegung bei Hausarbeit (jeweils um 14%) sowie berufliche Aktivität (um 13%)
- Mit steigender Intensität der Bewegung in den Studien höhere Risikoreduktion: bei moderater Intensität um durchschnittlich 22%, bei hoher Intensität um durchschnittlich 26%
- Rückgang des Risikos durch körperliche Aktivität in jeder Lebensphase und jedem Alter, am höchsten jedoch bei lebenslanger Aktivität oder Bewegung im höheren Alter (> 50 Jahre)
- Höhere Abnahme des Risikos bei Frauen nach der Menopause, Frauen mit normalem BMI, Frauen ohne Brustkrebs in der Familie, Nicht-Kaukasierinnen, Frauen mit hormonrezeptornegativen Tumoren sowie Frauen, die Kinder geboren haben
Fazit
Körperliche Aktivität senkt das Risiko, Brustkrebs zu entwickeln, in bestimmten Bevölkerungsgruppen, wie Frauen nach der Menopause oder Frauen mit normalem BMI, fassen die Autoren zusammen. Auch einige Parameter der körperlichen Aktivität haben einen Einfluss auf das Ausmaß der Risikoreduktion. Dies muss nach Ansicht der Autoren in künftigen Studien weiter untersucht werden.
Quelle:
Friedenreich CM, Cust AE: Physical activity and breast cancer risk: impact of timing, type and dose of activity and population subgroup effects. Br J Sports Med 2008;42:636-47
Medline-Abstract
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