E3N-Kohorte: Körperliche Aktivität und Brustkrebsrisiko

Hintergrund und Studienziel

Körperliche Aktivität kann das Brustkrebsrisiko reduzieren. Aber noch ist nicht klar, welche Art der körperlichen Aktivität gewählt und wie lange, wie häufig und in welcher Intensität sie ausgeführt werden sollte, um das Risiko zu senken. Außerdem ist über die Auswirkungen in einzelnen Subgruppen nur wenig bekannt. Daher wurde dies in der E3N-Kohortenstudie analysiert.

Studiendesign

  • 90.509 französische Frauen im Alter von 40-65 Jahren zu Studienbeginn
  • Studiendauer: 1990-2002
  • Fragebogen zu Studienbeginn: Angaben zu Schwangerschaften, postmenopausalem Status, benignen Brusterkrankungen, Angehörigen 1. Grades mit Mammakarzinom, anthropometrischen Parametern sowie aktueller körperlicher Aktivität (Freizeit- oder Aktivität im Haushalt, Häufigkeit und Dauer)
  • Fragebögen alle 2 Jahre: Angaben zu Auftreten eines Mammakarzioms und menopausalem Status, im 3. Frageboden zudem Fragen zu Ernährungsgewohnheiten der letzten 12 Monate

Ergebnisse

  • Auftreten von 3.424 Brustkrebsfällen im Studienzeitraum
  • Linearer Abfall des Brustkrebsrisikos mit steigender Intensität der Freizeitaktivität von moderat (pTrend<0,01) hin zu hoch (pTrend<0,0001)
  • relatives Risiko (RR) von Frauen mit wöchentlich 5 Stunden oder mehr sehr intensiver Freizeitaktivität im Vergleich zu Frauen ohne sehr intensive oder moderate Freizeitaktivität: 0,62
  • Abnahme des Risikos durch steigende Intensität der Freizeitaktivität auch bei Frauen mit Übergewicht, mit Brustkrebs in der Familie und unter Hormonersatztherapie (HRT) sowie Nullipara

Fazit

Die Studienergebnisse zeigen nach Angaben der Autoren, dass körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf das Brustkrebsrisiko haben kann: Durch sehr intensive Freizeitaktivität sinkt das Risiko diesen Ergebnissen zufolge am stärksten. Diese Risikoreduktion lässt sich auch für Frauen mit höherem Brustkrebsrisiko nachweisen, wie Übergewichtige, Nullipara, HRT-Nutzerinnen oder Frauen mit familiärer Vorbelastung. Weitere Untersuchungen sollten folgen, um den Zusammenhang zwischen steigender Intensität der Bewegung und abfallendem Brustkrebsrisiko zu bestätigen.

Quelle:

Tehard B, et al. Effect of physical activity on women at increased risk of breast cancer: results from the E3N Cohort Study. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2006;15:57-64

Medline-Abstract




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