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3 Phasen der Wechseljahre

Physiologie der Wechseljahre

Das Klimakterium stellt den physiologischen Abschluss der Geschlechtsreife und den stufenweisen Übergang ins Alter dar. Es tritt bei den meisten Frauen zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr auf, wobei eine große individuelle Schwankungsbreite besteht.

Auslöser der Wechseljahre, des Klimakteriums (griech. Stufe, Treppe), ist eine stufenweise endokrine Erschöpfung der Ovarien, die einen zunehmenden Hormonausfall und den Verlust der Fruchtbarkeit bedingt. Es handelt sich somit nicht um ein plötzliches Ereignis, sondern um einen allmählichen Prozess, der – individuell unterschiedlich – bis zu 15 Jahre andauern kann.

Unterschieden werden drei wesentliche Abschnitte:

  • Prä-/Perimenopause: Hierbei handelt es sich um den Zeitraum vor der letzten Regelblutung, in dem die Produktion der Hormone in den Ovarien allmählich abnimmt und erste Beschwerden auftreten. Als Perimenopause wird der Zeitraum unmittelbar vor bis ein Jahr nach der Menopause bezeichnet.
  • Menopause: Der Begriff Menopause bezeichnet die letzte Regelblutung. In Nordamerika und Europa liegt das mittlere Menopausealter bei 50 bis 52 Jahren. Individuell kann der genaue Zeitpunkt der Menopause erst im Nachhinein bestimmt werden, wenn ein Jahr lang keine weitere Monatsblutung mehr stattgefunden hat.
  • Postmenopause: Postmenopause bezeichnet den Zeitraum nach der Menopause bis zum ca. 65. Lebensjahr. Das Ende der Postmenopause bedeutet das Ende der Wechseljahre.

Östrogene

Charakteristisch für die Prämenopause sind schwankende Estradiolspiegel, die manchmal sehr hohe Werte annehmen können (Östrogendominanz), bei gleichzeitig nachlassender Progesteronbildung durch das Corpus luteum infolge zunehmend insuffizienter Follikelreifung. Die Konsequenz sind Veränderungen im Menstruationszyklus. So nimmt die Zykluslänge etwa ein bis zwei Jahre vor der Menopause teilweise erheblich zu.

Als Folge der relativen Östrogendominanz können dysfunktionelle und uterine Blutungen auftreten, sonographisch findet sich oftmals eine Endometriumhyperplasie. Durch den zunehmenden Abfall der Östrogenspiegel kommt es zu den typischen Hitzewallungen. In der Postmenopause verschiebt sich das Verhältnis Estron/Estradiol zu Gunsten des Estrons.

Androgene

Da die Androgene in den Ovarien noch einige Jahre nach der Menopause gebildet werden, kommt es auch zu einer zunehmenden Verschiebung des Androgen-Östrogen-Verhältnis in Richtung Androgene. Hirsute Veränderungen wie Oberlippen- und seitliche Gesichtsbehaarung sind die Folge. Nur allmählich geht der Testosteronspiegel zurück. Auch im hohen Lebensalter kann Testosteron noch in den Ovarien produziert werden.

Gonadotropine

Bereits während der Prämenopause steigt die Konzentration von FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) bei gleichzeitig konstanter Sekretion von LH (Luteinisierendes Hormon) an. Etwa ein bis drei Jahre nach der Menopause sind die FSH-Spiegel etwa 10- bis 20-mal so hoch wie in der Follikelphase junger Frauen.

Erst mit zunehmendem Lebensalter gehen die Konzentrationen beider Gonadotropine zurück: Die Pulsamplitude von FSH und sowohl die Amplitude als auch die Frequenz von LH nehmen ab. Als biologische Marker für die Beurteilung der Fertilität bzw. Infertilität sind die Gonadotropin-Spiegel trotz dieser typischen Veränderungen nicht geeignet.

So schließen Normalwerte von FSH nicht aus, dass sich die Patientin bereits in der perimenopausalen Übergangsphase befindet. Umgekehrt sind erhöhte FSH-Werte noch kein Beweis dafür, dass die Menopause eingetreten ist, da FSH auch zum Zeitpunkt der Ovulation erhöht ist. [4]

Auch Inhibin und Activin eignen sich als Instrument zur Beurteilung der Fertilität nicht. Die ovariellen Peptide, deren Konzentration im Alter abnimmt, regulieren den FSH-Spiegel im Serum. Sie weisen eine negative Korrelation mit dem FSH-Serumspiegel auf und haben daher vermutlich keinen eigenständigen Aussagewert. [4]


Quelle:
[1] "Hormontherapie im Klimakterium", Therapieempfehlungen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Arzneiverordnung in der Praxis, Band 30, Sonderheft 2 (Therapieempfehlungen), 1. Auflage 2003
[2] "Hitzewallung, brüchige Knochen und andere Probleme – Epidemiologie und Pathophysiologie",Grundlagen zum Thema Menopause und Hormontherapie, Hrsg. Deutsche Menopause Gesellschaft e.V. (http://www.menopause-gesellschaft.de)
[3] Leidenberger F, et al. (Hrsg.): "Klinische Endokrinologie für Frauenärzte", Springer Verlag, 2005
[4] Burger, H.G. et al.: The Endocrinology of the Menopausal Transition: A Cross-Sectional Study of a Population-Based Sample. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 1995,80(12): 3537-3545
Autor: Kathrin Sommer
Stand: 25-06-2009




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